Weltgebetstag 2020 "Steh auf und geh"

"Steh auf und geh"!

 Mit dieser Aufforderung feierten dieses Jahr am 6. März in mehr als 120 Ländern zirka 800.000 Menschen rund um den Globus den Weltgebetstag. Dieses Jahr richteten Frauen aus Simbabwe die Liturgie aus.

 Simbabwe ist weltweit eines der Länder mit den höchsten Schulden. Dazu führten jahrelange Misswirtschaft, Korruption und verfehlte Reformen. Aus eigener Kraft wird das Land diese Schulden vermutlich nicht abtragen können. Deshalb wird versucht mit einer Unterschriftenkampagne im Rahmen des Weltgebetstags den Verzicht Deutschlands auf einen Teil der Schuldenrückzahlung zu erwirken. Die frei werdenden Mittel sollen für Gesundheitsprogramme der bedürftigen Bevölkerung eingesetzt werden. Über die Arbeit der Frauenstiftung  „Envision Zimbabwe Women's Trust“ soll es zu Konfliktlösungen im Alltag und dem Zusammenleben der Generationen und der Stellung der Frauen kommen.

 Mit "Kwaziwai", "Salibonáni" und "Hello" wurden alle Gottesdienstbesucher herzlich vom "Weltgebetsteam" im Gemeindehaus im Vogelsang begrüßt. Zusammen mit der Organistin Michaela Hartmann-Trummer und der Band stimmten wir uns mit den Liedern aus dem Begleitheft ein.

 Mittels dreier Briefe von Frauen aus Simbabwe hörten wir von ihrem Land, ihrem Alltag mit seinen Konflikten und Anstrengungen, ihrem christlichem Glauben und ihrer Hoffnung darauf, Missstände beheben zu können. Anhand der Verkündigung aus dem Johannesevangelium (5,2-9a) diskutierten Maja und Sarah im übertragenen Sinn die Ellenbogenmentalität, Ungeduld und mangelnde Empathie unserer heutigen Gesellschaft.

 Jesu Aufforderung in dem Bibeltext an den langjährig Erkrankten "Steh auf, hebe deine Matte auf und geh" leitete zum Anspiel von fünf Frauen aus dem Team über. Sie berichteten von ihren "Matten" im Leben. Was macht sie krank, besorgt oder raubt ihnen ihre Lebensfreude oder Kraft? Wo kann Jesus helfen damit Selbstwertgefühl und Zuversicht wieder wachsen und gestärkt werden? "Gott ist Liebe und erfüllt unser Herz. Er macht alles neu und führt uns zu einem Leben der Versöhnung."

 Nach den Fürbitten, Vater Unser und dem Segen lud uns das Team zu einem geselligen Ausklang des Abends bei landestypischer Gemüsesuppe mit leckerem Brot eines Ludwigsburger Bäckers ein. Dieser unterstützt mit einer Spendenaktion Simbabwe durch einen zusätzlichen Brotverkauf bei der Veranstaltung.

 "Ubuntu"-Einer für Alle (afrikanische Philosophie) wurde immer wieder zwischendurch gesagt bei der Aufzählung von Missständen.

 Ulrike Matthes-Hinderer